Freiburger Busse fahren weiter – jetzt im Nahverkehr von Kyjiw

Zehn ehemalige Linienbusse aus Freiburg bekommen ein zweites Leben: Statt stillgelegt oder verschrottet zu werden, sind sie nun auf den Straßen der ukrainischen Hauptstadt Kyjiw unterwegs. Möglich macht das eine gemeinsame Spendenaktion der Stadt Freiburg und der Freiburger Verkehrs AG (VAG).

An zwei Terminen im Dezember 2025 – am 9. und am 15. – wurden jeweils fünf Dieselbusse in die Ukraine überführt. Dort sollen sie zeitnah im öffentlichen Nahverkehr eingesetzt werden.

 

Zwei Jahrzehnte im Einsatz – bereit für neue Aufgaben

Die Busse waren rund 20 Jahre lang im Freiburger Linienverkehr unterwegs. In dieser Zeit legte jedes Fahrzeug bis zu eine Million Kilometer zurück. Trotz ihres Alters sind sie technisch einsatzfähig – und damit bestens geeignet, in Kyjiw weiter genutzt zu werden.

 

Nachhaltig helfen mit vorhandenen Ressourcen

Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn betont den praktischen Nutzen der Aktion: Die Unterstützung solle dort ankommen, wo sie im Alltag gebraucht werde. Gerade in schwierigen Zeiten seien funktionierende öffentliche Dienstleistungen von großer Bedeutung. Bestehende Fahrzeuge sinnvoll weiterzuverwenden, sei daher ein konsequenter und verantwortungsvoller Schritt.

Auch bei der VAG spielt Nachhaltigkeit eine zentrale Rolle. Während der Fuhrpark in Freiburg schrittweise auf Elektromobilität umgestellt wird, hätten ältere Dieselbusse nur mit hohen Investitionen weiterbetrieben werden können. In Kyjiw hingegen können sie sofort genutzt werden – ökologisch sinnvoll und wirtschaftlich vertretbar. Gleichzeitig wird so vermieden, funktionstüchtige Fahrzeuge vorzeitig auszusondern.

 

Stadt und VAG ziehen an einem Strang

Die Kosten für Transport und Überführung der Busse belaufen sich auf rund 30.000 Euro. Stadt Freiburg und VAG teilen sich diese Ausgaben zu gleichen Teilen. Organisiert wurde die Aktion über den Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) in Zusammenarbeit mit der Stadt München, die eine Städtepartnerschaft mit Kyjiw pflegt.

Das Projekt zeigt: Kommunale Zusammenarbeit, nachhaltiges Denken und konkrete Hilfe lassen sich verbinden – und manchmal beginnt Unterstützung ganz pragmatisch mit einem alten Bus, der einfach weiterfährt.