Freiburg fährt elektrisch: Neuer E-Bus-Port bringt die VAG dem Ziel „klimaneutral bis 2030“ näher

Mit der Eröffnung eines zweiten E-Bus-Ports und der Inbetriebnahme von 22 weiteren Elektrobussen hat die Freiburger Verkehrs AG (VAG) einen bedeutenden Schritt in Richtung klimaneutraler Nahverkehr gemacht. Die neuen Fahrzeuge fahren mit 100 Prozent Ökostrom, sind leiser als herkömmliche Dieselbusse und verbessern so nicht nur die CO₂-Bilanz, sondern auch die Lebensqualität in der Stadt. Dank der neuen Infrastruktur kann die VAG an Wochenenden bald komplett elektrisch unterwegs sein – ein Meilenstein auf dem Weg zu einem sauberen, modernen ÖPNV.

Von links: Oberbürgermeister Martin Horn, Evelin Braun (duale Studentin BWL, VAG), Oliver Benz (Vorstand VAG), Christoph Erdmenger (Leitung Abteilung Nachhaltige Mobilität, Landesverkehrsministerium BW), Michael Zausch (Leitung Unternehmensbereich Werkstätten und Fahrzeugtechnik, VAG Freiburg), Oliver Hoch (Bereichsleiter Mobilitätstechnologien der NOW GmbH), Merle Vollmer (Praktikantin Kommunikation, VAG), Stephan Bartosch (Vorstand VAG).

Millionenförderung für saubere Mobilität

Unterstützt wird der Umstieg von Bund, Land und Stadt: Das Projekt wird bisher im Rahmen der „Richtlinie zur Förderung von Bussen im Personenverkehr“ mit insgesamt 7,2 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Verkehr (BMV) gefördert. Die Förderrichtlinie wird von der NOW GmbH koordiniert und durch den Projektträger Jülich (PtJ) umgesetzt. Das Landesverkehrsministerium Baden-Württemberg fördert die Ladeinfrastruktur über das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz (GVFG) bis dato mit 12,2 Millionen Euro. Die Stadt Freiburg bezuschusst die Umstellung auf E-Mobilität mit 23,4 Millionen Euro, wovon 8 Millionen Euro aus dem Zukunftsfond Klimaschutz stammen.

 

Neue Abläufe für einen elektrischen Alltag

Die Umstellung auf Elektromobilität verändert den gesamten Betriebsablauf der VAG. Von der Fahrplanung über die Werkstatt bis zur Leitstelle müssen neue Abläufe und Technologien integriert werden. So werden beispielsweise Gelegenheitslader an wichtigen Knotenpunkten verdoppelt, um ein Nachladen im Linienbetrieb zu ermöglichen. In nur zehn Minuten können die Busse bis zu 40 Prozent ihrer Akkukapazität wiederherstellen – ein wichtiger Faktor, um die Zuverlässigkeit im Fahrplan sicherzustellen.

Auch in der Werkstatt bringt die E-Mobilität Veränderungen mit sich: Viele Arbeiten finden nun auf dem Dach statt, wo Batterien und Kühlsysteme verbaut sind. Die Wartung der leisen Elektrobusse ist zwar insgesamt weniger aufwendig als bei Dieselfahrzeugen, erfordert jedoch spezielles Know-how in Hochvolttechnik und Software. Der Betriebshof wird Schritt für Schritt auf die neue Technik angepasst – Dieseltankstellen werden überflüssig und durch Schnellladepunkte ersetzt.

 

Freiburg bleibt Vorreiter für nachhaltige Mobilität

Freiburgs Oberbürgermeister Martin Horn betont die Bedeutung des Projekts für den Klimaschutz und die Attraktivität des Nahverkehrs: „Die Bus-Flotte der VAG fährt jetzt zu zwei Dritteln elektrisch – das ist ein großer Fortschritt für Freiburgs Klimaziele.“ Bis 2030 soll der Linienbetrieb vollständig klimaneutral sein. Eine europaweite Ausschreibung für weitere 25 Elektrobusse läuft bereits. Damit bleibt Freiburg auf Kurs, seine Rolle als Vorreiterin für nachhaltige urbane Mobilität in Deutschland weiter auszubauen.