Warum hängt die Oberleitung im Zick-Zack?

Wer genau hinschaut, merkt schnell: Die Oberleitung der Straßenbahn verläuft nicht gerade über den Gleisen, sondern in einem leichten Zick-Zack. Was aussieht wie ein Fehler, ist in Wahrheit Absicht.

 

Gleichmäßiger Kontakt statt einseitiger Abnutzung

Oben auf jeder Straßenbahn sitzt der sogenannte Stromabnehmer – ein Bügel, der mit einer Kohleleiste den Strom aus der Oberleitung abnimmt. Würde der Fahrdraht immer exakt über der Mitte verlaufen, träfe er ständig dieselbe Stelle dieser Schleifleiste. Das Material würde dort schnell abnutzen und müsste häufig ersetzt werden – das kostet viel Geld und ist nicht nachhaltig.

 

Unser Zick-Zack kommt ins Spiel

Um das zu vermeiden, wird die Oberleitung leicht versetzt aufgehängt. Sie läuft also abwechselnd einige Zentimeter links und rechts der Gleismitte. So wandert der Kontaktpunkt während der Fahrt über die gesamte Breite der Schleifleiste. Die Abnutzung verteilt sich gleichmäßig, und der Stromfluss bleibt stabil.

 

Unser Fazit

Das Zick-Zack ist also kein Zufall, sondern totale Absicht. Selbst an Kurven und Kreuzungen wird der Fahrdraht so gespannt, dass der Stromabnehmer jederzeit Kontakt hält. Was für viele vielleicht wie ein „Kuddelmuddel“ wirkt, ist in Wahrheit präzise Arbeit – und sorgt dafür, dass die Straßenbahn zuverlässig fährt.